Michael Gompf: Sich sehen  

 
     
    
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Am Samstag, 20.03.2004 wurde die Ausstellung “Sich sehen³ - Arbeiten mit Fotografie von Michael Gompf in der Galerie des Künstlerbund Tübingen eröffnet. Ein Teil der Arbeiten besteht aus 6 Objektkästen mit gläsernen Rahmen und einer Front aus Edelstahlstrukturen, durch deren semitransparente Oberfläche die in den Kästen befindlichen Selbstporträts durchscheinen. Die spezifische Oberfläche lässt die Fotografien eigentümlich im Zwischenraum schwebend auftauchen. Der Vorsitzende des Künstlerbundes, Klaus A. Blanke, verwies in seiner Eröffnungsrede auf einen Aspekt in den zunächst narzisstisch angehaucht erscheinenden Objekten hin, der für die Ausstellung insgesamt bestimmend ist: Gibt es eine Identität, die sich als innere Einheit unmittelbar erkennen lässt oder wird nicht jeder Blick in den Spiegel irritiert durch die simultan aufscheinenden Bilder einer allseits präsenten Medienwirklichkeit. Entschwindet nicht vielmehr das so konturscharf in der Doppelung der Spiegelwelt sich abzeichnende Selbstbild in ein Zwischenreich des Blicks durch die Augen der Anderen, repräsentiert in den alltäglichen Klatsch, und Popkolumnen. Ein plötzlich auftauchendes Spiegelbild in einem der Edelstahlobjekte lässt gewahr werden, dass man in gleicher weise dem Anderen zum Objekt der Beobachtung wird ­ im Spiegel schaut man sich selbst über die Schulter und beim Rollenspiel zu. Dieses Spiel wird erweitert durch das nur scheinbar objektive Abbild vermittels der sich selbst spiegelnden Kamera.
Die Inszenierung beobachtet sich selbst.

Der Edelstahlstruktur kommt dabei eine weitere Funktion zu. Ihre teilweise reflektierende Oberfläche erzeugt ein Spiegelbild des gerade näher stehenden Betrachters, ohne das er sich selbst gespiegelt wahrnehmen kann. Dies stellt nur der etwas entfernt stehende Beobachter verblüfft fest und wird sich bewusst, dass er im Augenblick zuvor in selber weise sich spiegelnd beobachtet werden konnte.

Diese Arbeiten und drei weitere Diaprojektionen werden in der Galerie des Künstlerbunds auf dafür installierten Baugerüsten gezeigt, die den Ausstellungsraum prägnant gliedern und in einem auffallenden Materialkontrast zu den Objekten aus Glas und Edelstahl stehen. Sie sind damit integraler Bestandteil der Ausstellungskonzeption.

Michael Gompf lebt in Nürtingen und ist Dozent an der dortigen Freien Kunstakademie

 

 

 

 

 


"Sich sehen", Objektkästen Glas/Edelstahl/Fotografie auf Alu, 2004
   
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